Zielgruppe unserer Angebote sind chancenarme
Mädchen und Frauen aller Nationalitäten in Stuttgart, die auf Grund
ihrer sozialen Benachteiligung über nicht ausreichende schulische
und/oder berufliche Bildung verfügen und infolgedessen
langzeiterwerbslos sind. Die Lebenssituation der Mädchen und Frauen ist
gekennzeichnet durch zahlreiche Faktoren, die eine Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben erschweren. Diese sind psychische und
physische Erkrankungen und Einschränkungen, Sucht- und
Schuldenproblematik, Gewalterfahrungen, Wohnraumprobleme, mangelnde
Sprachkenntnisse, Status als allein Erziehende u.v.m.
Mit unserer Arbeit verfolgen wir insbesondere zwei Ziele: Zum einen
sollen berufliche Perspektiven und Einstiegsmöglichkeiten auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt eröffnet werden, zum anderen soll durch soziale
und individuelle Stabilisierung der Lebenssituation eine nachhaltige
gesellschaftliche Integration erreicht werden.
Damit soll ein aktiver Beitrag zum Ziel der Gleichstellung von Frauen
und Männern geleistet werden, die auch und gerade im Lebensfeld
"Erwerbsarbeit und Beruf" ausgebaut werden muss, wie aktuelle
Forschungsergebnisse zeigen: Gesellschaftliche Benachteiligungen von
Mädchen und Frauen sind nach wie vor nicht beseitigt - Benachteiligungen
bei Berufsausbildung und Berufswahlspektrum, Chancen auf dem
Arbeitsmarkt, bei der Verteilung auf Berufsbereiche, beim Lohnniveau,
hinsichtlich der Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf sowie durch
alltägliche Sexismen und Gewalterfahrungen.
Als grundlegend für eine tatsächliche Gleichstellungspolitik betont das
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die so
genannte "Doppelstrategie", das heißt das Zusammenwirken spezifischer
Mädchen- und Frauenpolitik mit dem Gender Mainstreaming als zwei sich
notwendig ergänzende Strategien zur Erreichung der Gleichstellung der
Geschlechter: "Beide Strategien sind zur Zielerreichung notwendig und
ergänzen sich gegenseitig; sie können sich nicht ersetzen."
Für die Erreichung der Gleichstellung führt das Frauenunternehmen ZORA
gGmbH Angebote der Mädchen- und Frauenförderung durch. Wir orientieren
uns dabei an Grundsätzen frauenspezifischer Arbeit, die ihren Focus legt
auf die Autonomie des Individuums, eine ganzheitliche
Betrachtungsweise, Konzepte der "Hilfe zur Selbsthilfe" sowie auf eine
individuelle und gleichzeitig gesellschaftliche Verbesserung der
Lebenssituation. Ein wesentlicher Bestandteil aller Angebote ist die
Förderung des Respekts für andere Menschen und andere Lebensformen, denn
der Respekt für sich selbst und für andere - in aller
Unterschiedlichkeit - ist eine unabdingbare Voraussetzung für ein
konstruktives Miteinander und ein funktionierendes Gemeinwesen.